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2 Gedenksteine zum Aufbau des Gedenk- und Versöhnungshügels in Oswiecim / Auschwitz überreicht - Gemeinsame Beteiligung der Partnerkreise Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Boleslawiec / Bunzlau
Eine besondere Geste des Gedenkens und der Versöhnung verbindet nunmehr die beiden Partnerkreise Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Boleslawiec / Bunzlau: Gemeinsam überreichten Landrat Frithjof Kühn und sein Amtskollege aus dem polnischen Partnerkreis, Cezary Przybylski, sowie der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz – als Sprecher der Bürgermeister der 19 Städte und Gemeinden des Kreises – am 9. Juli 2010 an den stellvertretenden Bürgermeister von Oswiecim (Auschwitz / Polen), Jan Korzeniowski, zwei Gedenksteine und eine Geldspende für den im Aufbau befindlichen Gedenk- und Versöhnungshügel. Begleitet wurden sie von Mitgliedern des Kreistags, Kreisdirektorin Annerose Heinze und Verwaltungsvertretern.
„Für den Rhein-Sieg-Kreis und seine Städte und Gemeinden ist es gleichzeitig Auftrag und Verpflichtung, das Gedenken an das unvorstellbare Geschehen wach zu halten – als Ausdruck von Scham und Trauer, aber auch als Zeichen der Verantwortung und als ständiger Aufruf zur Versöhnung. Wir verbinden damit die Hoffnung für ein freies und friedliches Europa in guter Nachbarschaft“, erklärte Landrat Frithjof Kühn bei der Übergabe.
Der Gedenkstein des Rhein-Sieg-Kreises ist ein Feldbrandziegel aus der Mauer des Jüdischen Friedhofs in Siegburg. Auf einer Metallplatte, die den Stein wie eine Klammer umfasst, sind die Namen des Rhein-Sieg-Kreises und seiner Kommunen eingraviert. Die Gestaltung des Steines wurde in der Bauzeichnerklasse des Carl-Reuther-Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises, Hennef, entwickelt.

Gedenkstein des Rhein-Sieg-Kreises und der 19 Städte und Gemeinden
Landrat Przybylski übergab für den Kreis Boleslawiec / Bunzlau einen Naturstein aus dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Groß Rosen. In ihn sind eine Metallplakette und Keramikfragmente mit typisch Bunzlauer Dekor eingelassen.

(v. l. n. r.) Landrat Cezary Przybyllski, Bürgermeister Stefan Raetz, Landrat Frithjof Kühn,
und Jan Korzeniowski, stv. Bürgermeister von Oswiecim / Auschwitz bei der Übergabe des Bunzlauer Gedenksteins
Ihren Platz werden beide Steine auf dem Gedenk- und Versöhnungshügel finden, der in den kommenden Jahren auf einem Gelände zwischen den Lagern Auschwitz I und Auschwitz II (Birkenau) entstehen wird. Der Hügel, unter anderem errichtet aus diesen Gedenksteinen, ist dem Gedenken an die Völkermordopfer und der Versöhnung der Menschen der Welt gewidmet. Über die Erinnerung an das grauenvolle Geschehen hinaus, wofür das NS – Vernichtungslager Auschwitz wie kaum ein anderer Ort zum Synonym geworden ist, wird zur Versöhnung aufgerufen.
Mit dem Aufbau des Gedenk- und Versöhnungshügels greift die Stadt Oswiecim / Auschwitz gemeinsam mit dem christlichen Verein von Auschwitz - Familien ein Konzept des 2008 verstorbenen Kunstprofessors Josef Szajna, eines Überlebenden der Lager Auschwitz und Buchenwald, auf. Kommunen, Organisationen und Einzelpersonen aus aller Welt sind aufgerufen, gewidmete Steine für dieses „Symbol des Friedens in der Stadt des Friedens“ (so der Stadtpräsident von Oswiecim / Auschwitz, Janusz Marszalek) zu spenden.
Der Arbeitskreis „Europa“ des Rhein-Sieg-Kreises hatte in seiner Sitzung am 10.11.2008 angeregt, sich an dieser Friedensinitiative zu beteiligen; einmütig beschlossen daraufhin die Fraktionen im Kreistag, die Bürgermeister des Rhein-Sieg-Kreises, und der Partnerkreis in Niederschlesien, die Gedenksteine sowie eine Geldspende zu stiften.
Jetzt konnte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Nach der Übergabe der Gedenksteine nahmen die Delegationen der Partnerkreise an einer Führung durch die Lager Auschwitz und Birkenau teil, welche bei den Mitgliedern der Delegation einen tiefen Eindruck hinterließ.